Seit gestern gibt es die erste offizielle Betaversion des neuen Browsers Chrome von Google. Es handelt sich um einen Open Source Browser, der sich eher dem Paradigma eines Web-Betrietssystems als dem eines Browsers verschrieben hat. Die Beschreibung von Chrome und den dahinter stehenden Zielen sind in einem Comic im Google Blog zu finden.

Der erste Eindruck
Ich hab mir den Browser ohne große Vorabrecherche installiert, um ihn einfach mal einen Tag “wirken” zu lassen. Was sofort auffiel: Sehr kurze Ladezeiten, egal bei welcher Seite. Selten verwendete Leisten und Menüs wurden aus dem Sichtfeld verbannt, um Platz für die Anzeige der Webseite selbst zu schaffen. Ein sehr guter Ansatz, der auch von anderen Browserherstellern verfolgt werden sollte. Chrome scheint auf den ersten Blick ein guter Browser zu sein, aber ein revolutionär neues Browsererlebnis suchte ich vergebens.
Nach genauerem Hinschauen
Also schaute ich mir den Comic etwas genauer an. Was genau war an Chrome so neu? Viele der angepriesenen Vorteile des Browsers enttäuschten mich, da sie bereits seit längerer Zeit in Opera oder Firefox verwendet werden, so z.Bsp
- Tabs nach belieben in mehereren offene Fenstern verschieben
- Suchkürzel verwenden (in Opera als auch in Firefox m.E. sogar einfacher konfigurierbar)
- Pishingschutz
- Schnellwahl 3×3 Tabs (wurde von Opera eingeführt)
- Sofort als Lesezeichen speichern – Ja wann denn sonst???
Stärken – wo Chrome punkten kann
- Nicht gerade eine Selbstverständlichkeit: Google überlässt die Wahl der Suchmaschine dem Benutzer. Bravo!

Standardsuchmaschine in Chrome einstellen
- Die Webseiten bekommen maximalen Platz
- Bekannte Tastenkürzel und damit bekannte Nutzungspfade wurden übernommen
- Tabs verschieben funktioniert besser als in anderen Browsern
- Intelligente, weil dynamische Startseite
Schwächen – das fehlt bei Chrome
- Die Einrichtung der Schnellsuchen ist zu umständlich
- Noch kein Plugins installierbar, damit auch kein Delicious nutzbar
- Die Frage, ob es ein Seitenleiste in Chrome geben wird, bleibt offen.
- Wieso gibt es keine spezielle Integration für Google Dienste wie GMail (z.Bsp. eine Schnellsuche oder Schnellsendefunktion in GMail)?
- Mausgesten fehlen (und sind bis dato nicht nachrüstbar)
- Vorschaulinks der Startseite lassen sich unter keinen Umständen manuell einstellen
- Die Reihenfolge, in der Tabs gewechselt werden, kann nicht geändert werden
Fazit
Googles Chrome ist ein ernstzunehmender Konkurrent im Browsermarkt, aber in seiner jetzigen Version weder ein Firefox- noch ein Opera-Killer. Die Beta lässt noch zu viele wichtige Funktionen missen, als dass eingefleischte Nutzer allein einer halben Sekunde Ladezeit wegen den Browser wechseln würden. Open Source Brwoser ist Firefox schon lange, und die intelligentesten Innovationen im Browserbereich kommen schon seit langem von Opera. Ich bleibe bei Opera (und dem Fux) und behalte ein wachsames Auge auf
Googlefox.
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