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Internetz, 20-02-2008, Autor: m@ik
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StudiVZ Namenswirrwar

Neulich dachte ich mir, ich könnte aus meiner Mitgliedschaft im StudiVZ einen Nutzen schlagen und dort das Geburtstagsdatum eines Freundes finden. Doch dank unzähliger Freunde, die ihre Namen in abstruse Zeichengebilde und Sodnerzeichenkombinationen verwandelt haben, manche noch bestückt mit Kontaktfotos, die rein gar nichts mit der Person zu tun haben, ist die Suchfunktion des StudiVZ für mein Anliegen absolut wertlos geworden. Da ich weder Zeit noch Lust habe, jeden einzelnen Kontakt durchzusehen, werde ich mir die Info anders beschaffen müssen. Ich kann bis heute nicht nachvollziehen, warum man sich mit falschem Namen im StudiVZ anmeldet. Wozu soll das nützlich sein? Für den Datenschutz wohl kaum, es besteht die Möglichkeit, das Werbeverhalten im StudiVZ einzustellen. Nach heftigen Datenschutzdebatten hat StudiVZ seine eigentlichen Pläne revidiert und hat zurückgerudert. Außerdem kann man die eigene Seite nur für Freunde sichtbar machen. Wem das alles nicht passt, der kann doch austreten. Oder? Würden alle sich umbenennen, so wird aus dem sozialen Netzwerk ein Kuriositätenkabinett,  in dem sich die Tigerente, Michael Knight und Bruce die Klinke in die Hand geben. Und “Frag deine Freunde” fällt dann wohl auch aus.

Nur um das klarzustellen: Ich rede hier nicht von Spitznamen, nein sondern Bezeichnungen wie t……, *+*+#*,  falschen Vor- und Nachnamen, Zahlen und verkehrt herum geschriebene Namen. Jeder soll für sich selbst entscheiden, was er preisgeben will und was nicht. Das kann jeder bewusst tun. Doch ist es nicht irgendwie merkwürdig, von “denen” einen sensiblen Umgang mit den eigenen Daten zu fordern, selbst aber schon beim Namen bewusste Falschangaben zu machen?

Falls diesen Beitrag jemand liest, der seinen Namen geändert hat, würde ich gerne mal wissen, was er/sie sich davon erhofft. Vielleicht kann ich es dann besser verstehen. Immer rein in die Kommentare! :)

PS: Und nicht vergessen, auch die Namen im Facebook, auf Xing, LinkedIn usw. zu ändern. Nicht dass man gefunden werden kann. Dann kommt womöglich noch einer von diesen schlimmen … äh… Freunden an! ;-)



  • http://www.marko-kramer.de MarkOh

    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen! Geht mir genau so wenn ich diese roten “Rechteck-Namens-Kolonnen” sehe. Ich meine personalisierte Werbung hin oder her. Erstens, wenn schon Werbung dann welche die mich wenigstens interessiert und Zweitens: Wen zum Kuckuck interessiert der Name hinsichtlich der Werbung??!! Die schauen sich eure Hobbies und Gruppenzugehörigkeiten an und nicht ob man Müller mit Nachname heißt!

  • Nick Miller

    Ging doch früher auch mit dem Geburtstagskalender. :P Außerdem muss mich nicht jeder Student finden (und das hat abgenommen). Die personalisierte Werbung ist auch gar nicht das eigentliche Problem solange es dabei bleibt. Vielmehr zeigt sie wie einmal gesammelte Daten zu ursprünglich nicht angedachten Verwertungsformen verwendet werden. Wie immer im Leben macht der Ton die Musik, und ein wir-haben-tolle-neue-personalsierte-Werbung-für-Dich-Knopf ist etwas anderes als “wenn Du die neuen AGBs nicht akzeptierst fliegst Du, und im übrigen schicken wir Dir die Werbung auch per ICQ und SMS”. Außerdem appelliere ich an Deine Kunst Freunde am Gesicht zu erkennen und Du hast ja wohl auch keine 537 Freunde zu verwalten.
    @MarkOh: Erkennbare Gesichter sind wirklich was Feines, daran kann ich persönlich Freunde schneller auseinander halten! Und Dank Photoshop muss man die Leute dann auch nicht zu sehr erschrecken.

  • http://www.robert-guenther.com/blog Robert

    @nick sicherlich hast du recht und sicherlich war der ton absolut verkehrt und die herangehensweise seitens studif***e (ha!) glich eher der guten alten holzhammermethode… DENNOCH zeigt sich in solchen reaktionen die naivität und kurzsichtigkeit der online nutzer. So zum Beispiel durch die regelmäßigen “leitet diese message weiter oder das studif***e kostet ab nächsten monat geld” kommentare, die von ängstlichen und ahnungslosen onlinenutzern (ich unterstelle einfach mal: 90% der studivz nutzer) munter weiter verteilt werden. Das gleiche Phänomen findest Du bei der Namensverunstaltung sowie bild verfremdung. Wenn Du versuchst Otto Normal StudiVz Profil Inhaber.. (kurz Student) zu erklären, dass seine gesamten Daten in einer Datenbank hinterlegt sind, die selbstverständlich auch historische Daten speichern und abbilden, und somit über alle informationen seit seiner anmeldung verfügen kann, so wird er nur im unverständnis mit dem kopf schütteln und sich abwenden (um wohlmöglich einen weiteren paranoia post im gästebuch eines kommilitonen zu hinterlassen).

    einziges entgegenwirken ist meiner meinung nach die Aufklärung. Nutzer müssen präventiv informiert werden, welche Auswirkungen das (einmalige) Hinterlegen von Daten haben kann und dass auch nachträgliches löschen rein gar nichts bewirken wird. Natürlich wären gesetzliche Regelungen toll, die Anbieter vom Schlage Studif***e (ich werde dessen nicht müde) dazu zwingen, tatsächliches Löschen von Daten vorzunehmen… jedoch weiß ich aus Erfahrung und meinem beruflichen Umfeld, dass die reale Umsetzung solcher Regelungen eher Wunschdenken ist.

    Entscheide Dich als Nutzer ob Du Deine Studi Kollegen und ehemaligen Mitschüler im StudiVz finden bzw. von ihnen gefunden werden willst, oder lass es und tritt aus. es ist ja nicht so, dass es keine alternative gäbe… wenn du dich, wie ich, für die online identität entscheidest muss am ende ein denkwechsel stattfinden: akzeptiere, dass du online nicht allein bist und nutze das system zu deinen gunsten, statt dich zu beschweren….

    Denn immer dran denken: die Eingabe der Daten geschieht durch DICH.

  • Nick Miller

    @robert Natürlich kann man Verläufe in einer Datenbank speichern. Nur ist das dann illegal, und illegales Verhalten will ich dem Betreiber (noch) garnicht vorwerfen. Die Forderung nach dem Abmelden kann ich verstehen. Allerdings unterschlägst Du hier, dass ich vielleicht gar keine Daten erbringen und nur konsumieren möchte. Viele meiner Freunde veröffentlichen Fotos exklusiv auf der Plattform :( .

    Auch wenn ich mich dem Gelächter preisgebe, möchte ich allen Beteiligten einen Videostream von Bruce Schneier empfehlen. Den gibt es unter und er schlägt hier drin die Trennung von echter Sicherheit und gefühlter Sicherheit vor. Ein ganz wichtiger Punkt wie ich finde. Es geht bei dieser ganzen Diskussion hauptsächlich um letztere. Aber genau die brauche ich auch(!), um mich bei einer Online-Plattform wohlzufühlen.

    http://linux.conf.au/programme/keynotes

  • http://thomas-jauch.de Thomas

    Ich hab auch überlegt meinen Namen zu ändern. Aber nicht aus irgend welchen Bedenken, sondern “just for fun”. Wieso auch nicht? Ich bin doch nicht dafür verantwortlich andere Leute an meinen Geburtstag zu erinnern… Meine Freunde wissen auch so wann ich Geburtstag habe. Und bei allen anderen muss ich mir nicht extra eine Gratulation “abholen”. Das ist mri eigentlich vollkommen egal ob die mir Gratulieren.
    Ich seh Studi mehr als Spaß denn als Netzwerken. Von daher: Nonsens Olé Olé!

  • http://www.robert-guenther.com/blog Robert

    @Nick: recht haste, es ist illegal. Aber gleichzeitig sprichst Du auch einen Punkt an: Du möchtest die Plattform einseitig nutzen, also nur konsumieren. aus rein ökonomischer sicht kann ich nichts dagegen sagen, dass studifratze das nicht möchte und von Dir in gewisserweise eine gegenleistung erbringt. und damit bist du wieder genau an dem punkt den ich mit “umdenken” beschrieben habe. und wenn ich sage, dass du das system zu deinen gunsten ausnutzen sollst, dann meine ich damit zb das folgende szenario:

    Melde Dich an mit Deinem Namen. Im traditionellen Denken ist Dein Name genau das was Dich identifiziert und einzigartig macht. Nicht jedoch in der Online Welt. Hier ist Dein Name nur mehr ein Begriff unter vielen, er reicht jedoch um unter gleich Gesinnten erkannt zu werden. (Ein eindeutiger Vorteil der offline Welt zur online Welt). Du bist nun also bei StudiVauZett angemeldet, für Deine Freunde auffindbar, jedoch mit keiner wirklich brauchbaren Information für den Betreiber als Datensatz vorhanden.

    Alle weiteren Informationen die eine Plattform nun sammeln möchte, dienen ausschließlich der Mehrwertgewinnung der Plattformbetreiber, jedoch (besonders treffend in unserem Studi Beispiel) nicht der Kontaktaufnahme & Vernetzung zwischen Profilfreunden. Für Dich hat sich in diesem Moment eigentlich schon alles erfüllt: Kontakt, Vernetzung und an Deinem Beispiel: exklusive Fotobeschau (im übrigen auch MEIN Hauptgrund registriert zu bleiben).

    Alle weiteren Informationen, die Du nun mit Freunden tauschen willst, lassen sich bequem auf anderen Wegen, als über das StudiZauVett Profil verbreitern, sei es durch die Geburtstagsdaten Anzeige im Skype/ Xing etc., durch Blogs, Twitterei, oder die gute alte Email.

    Wo wir grad beim Thema email sind. Sicherlich brauch man zur Registrierung bei einschlägigen Portalen eine eMail Adresse und ja, man öffnet damit schon direkt einen Rückkanal zu sich selbst. Aber es handelt sich um einen kontrollierbaren Kanal, heisst, dass ich durch konfigurierbare Spamfilter, Adressfilter und Nachrichtenregeln sehr gut einstellen kann, was von wem zu mir durchdringen darf. Etwas ähnliches ist in Sachen IM und Mobiltelefonie nur begrenzt möglich.

    Unterstellt man also, dass man eMail als einzigen Kommunikationsweg offen hält, den sowohl Freunde als auch schlechtgesinnte Portaltreiber nutzen können, so geht man erneut den “Umdenk” Kompromiss ein, dass man das System zu seinen Gunsten ausnutzt.

    Du beeinflusst welcher Kanal genutzt werden darfst und DU trennst dessen Inhalte.

    Oder?

  • http://www.robert-guenther.com/blog Robert

    PS: merkt man irgendwie, dass ich grad wenig zu tun hab uff orbeid?

  • http://blog.gelbzucht.de Maik Preßler

    Der Preis für Alternative StudiVZ-Namen geht eindeutig an Rob würde ich sagen. ;)

    Das Problem das Nick angesprochen hat, ist IMHO nicht von der Hand zu weisen. Daten, die einmal exisitieren, können zu verschiedensten Zwecken gebraucht, aber auch missbraucht werden. Darüber sollte sich jeder im Klaren sein, der Daten ins Netz stellt. Aber genau das ist offensichtlich noch nicht der Fall. Deswegen kann ich – wie Rob – nur hoffen, dass ein solches Umdenken stattfindet. Tragen wir unseren Teil dazu bei! :)

  • http://www.kl3tte.de kl3tte

    Interessanter Beitrag. Ich würde gern mal wissen, wie die Kommentatoren den ganzen Text in dieses winzige Textfeld bekommen haben.

  • Nick Miller

    @kl3tte: Probier mal Safari 3 oder Copy+Paste ;)