Mai
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Allgemein, 16-05-2008, Autor: m@ik
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Gestern regte mich die Webseite eines namhaften Mobilfunkanbieters so sehr auf, dass ich es mir nicht verkneifen konnte, mal bei der Kundenbetreuung nachzufragen:

Guten Tag,

soeben bat mich ein Bekannter, zwei Handys auf Ihrer Seite zu vergleichen. Es handelt sich um die Modelle SE K800i und C702, aber das ist hier nicht von Bedeutung. Bedauerlicherweise war er selber nicht in der Lage die Handys anhand ihrer “Features” zu vergleichen, da er des Englischen in Wort und Schrift nicht mächtig ist.
Ich wunderte mich sehr über diese Bitte, denn es gibt doch eine deutsche [Anbieter]-Webseite! Als ich dann die Handys verglichen habe, ist mir der Grund für die Bitte schlagartig klar geworden: Ich kann weder das “aktionsgeladenes Imaging” nachvollzeihen, noch weiß ich was der Unterschied zwischen “3D Games” auf dem einen Handy und “3D Spielen” auf den anderen sein soll. Ich wundere mich auch nicht, dass mein Bekannter über “Red eye reduction” und “Image stabilizer” gestolpert ist, kurz bevor er überlegt hat, ob “Polyphonic ringtones” vielleicht ansteckend sind.

Nach dem Lesen beider Seiten ist mir offen gesagt nicht klar, ob es sich hier um Fehler bei der Übersetzung oder um Absicht handelt.

Ich bin selbst seit Jahren zufriedener [Anbieter] Kunde und würde gerne von Ihnen erfahren, welchen Mehrwert für die Kunden Sie sich davon versprechen, dass offensichtlich bekannte und klar erkennbare Bezeichnungen wie rote Augen Reduzierung nicht verwendet werden. Dies
soll kein Aufruf zum blinden Boykott von Anglizismen sein, ich würde nur gerne nachvollziehen können, warum dem (potenziellen) Kunde die Vertragsanbahnung so unnötig erschwert wird. Wenn mein Großvater sich in absehbarer Zeit ein neues Handy zulegen möchte, dann werde ich sicher wieder den Übersetzer spielen. Oder vielleicht auch nicht, vielleicht findet er auch eine Webseite, die in seiner Muttersprache verfasst wurde.

Ich hoffe mein Request war Incentive genug, ein paar Bugs zu fixen und die Awareness für die Customer Retention nicht aus den Augen zu verlieren…

Vielen Dank für Ihre Mühe
mit freundlichen Grüßen,

Einen Tag später erhielt ich heute eine Antwort:

Guten …,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Selbstverständlich verstehen wir Ihre Einwände bzw. Bedenken zur
Verwendung englischer Begriffe in unserer schriftlichen und mündlichen
Korrespondenz. Als international agierendes Unternehmen nutzen wir eine
Reihe von englischen Schlagwörtern, die den Kernbereich der Marke
betreffen (Tarife, Produkte usw.).

Im Sinne unserer Kunden ist sehr wichtig, dass wir auf eine klare und
allgemein verständliche Kommunikation auf Basis der heute genutzten
deutschen Standardsprache zurückgreifen. Wie Sie sicher wissen, sind
viele englische Begriffe mittlerweile eingedeutscht und gehören somit
zum üblichen Sprachgebrauch.

Wir versichern Ihnen, dass wir unnötige englische Redewendungen
vermeiden und den Einsatz technischer Fachbegriffe auf ein Mindestmaß
beschränken.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Freundliche Grüße

Wie gut oder wie schlecht die Antwort auf die Frage passt, kann sich jeder selbst ausmalen. :)



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5 Kommentare für "Neulich beim Handyvergleich"
thomas z. am 16.05.2008 um 15:25 #

Aaalter,
du hast aber viel Zeit im Moment.

:-P


Maik Preßler am 16.05.2008 um 23:25 #

Nana, nicht falsch verstehen. ;-)


MarkOh am 17.05.2008 um 10:30 #

@ Thomas
Das ist missionarisch!!! Hehe!


Robert am 17.05.2008 um 15:34 #

göttlich. maiki, wie immer sehr sehr gut gemacht :) über die polyphonic ringtones musste ich am meisten lachen. aber mal ehrlich, was für ne miese antwort ist das bitte (btw du hast dich beim wort anbierter =! anibeter verschrieben)?

weder glaube ich dass “imaging” noch “ringtones” eingedeutschte worte sind, und es handelt sich dabei auch keinesfalls um schlagworte welche dem kernbereich der marke auch nur im geringsten nahe stehen.


Maik Preßler am 18.05.2008 um 10:06 #

Oh stimmt, ist korrigiert. Danke!


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